Talent Relationship Management Trends 2019

Harald Gesierich | 14. Februar 2019
Talent Relations

Talent Relationship Management Trends 2019

Wie können Unternehmen mit überschaubarem Aufwand funktionierende Talent Pools aufbauen? Wie funktionieren moderne Talent Relationship Management-Lösungen? Pascal Hoheisel, Head of Sales bei myVeeta, beantwortet diese und andere Fragen zu den TRM Trends 2019 in einem Gastartikel im aktuellen Magazin TRAiNiNG, Ausgabe 01-2019.

Talent Relationship Management, also der bewusste frühzeitige Aufbau einer Beziehung mit möglichen zukünftigen Mitarbeitern, war vor wenigen Jahren noch wenigen, meist sehr großen Unternehmen vorbehalten. Grund da­für waren die hohen Kosten und Aufwände, die Implementierung und Betrieb einer eige­nen Talent-Relationship-Management-Lösung (TRM) mit sich brachten.

Seit wenigen Jahren ist jedoch eine neue Ge­neration von TRM-Systemen auf dem Markt, welche moderne Technologien und Social Net­work-Ansätze nutzt, um Aufwand und Kosten von TRM deutlich zu reduzieren. So haben erst­mals auch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, mit wenig Ressourcen eine eigene, effektive Talente-Pipeline aufzubauen.

Ein modernes TRM kann die Personalsuche da­bei in drei Bereichen unterstützen:

  • Passive Kandidaten: Unternehmen kön­nen sich einen eigenen Pool mit passiven, am Unternehmen interessierten Kandida­ten, aufbauen, und als zusätzlichen Recrui­ting-Kanal nutzen.
  • Kontakt mit Talenten halten: Unternehmen können den Kontakt zu internen Talenten – Lehrlingen, Praktikanten, Studenten oder ausscheidenden Mitarbeitern – langfristig halten, und sie bei passender Gelegenheit wieder kontaktieren.
  • Abheben von der Konkurrenz: Durch indi­viduelle, personalisierte Ansprache ihrer Talente können Unternehmen sich von der Konkurrenz abheben, und als attraktive, inte­ressante Arbeitgeber positionieren.

Fast jeder ist ein Talent

Bisher wurden aufgrund mangelnder Ressour­cen oft nur »High Potentials« in die Talent Pools aufgenommen. Mittlerweile ist es dank neuer TRM-Systeme und -Ansätze aber problemlos möglich, eine Vielzahl von Personen im eigenen Talent Pool zu verwalten. Und das ergibt auch viel Sinn. Denn nur selten weiß man genau, in welche Richtung sich eine Person entwickeln wird, bzw. welche neuen Positionen im Unter­nehmen in Zukunft besetzt werden müssen. Je mehr Talente im eigenen Pool sind, desto höher ist die Chance, im Bedarfsfall passende, verfüg­bare Kandidaten zu finden. Dabei ermöglichen es moderne, präzise Suchfunktionen, auch in großen Talent Pools die richtigen Leute zu fin­den. »Talente« sind also nicht länger nur die Top 5% Ihrer Bewerber und Praktikanten. Son­dern alle, die sich für Ihr Unternehmen inter­essieren und irgendwann passende Mitarbeiter sein könnten.

Der Talent Pool ist immer dabei

Kontakt mit solchen potenziellen zukünftigen Mitarbeitern hat man an den verschiedensten Orten. Sei es die engagierte Praktikantin beim Abschluss-Gespräch, der interessierte Student auf der Karriere-Messe, der zweitgereihte Be­werber bei der Absage oder die motivierte Besucherin bei der Werksführung. Mit einem modernen TRM-System haben Sie heute die Möglichkeit, Talente in jeder Situation ohne Aufwand in Ihren Talent Pool einzuladen. Im Online-Bereich genügt meist ein einfacher Link, der auf Webseiten platziert oder in E-Mails ver­sendet wird, während beim persönlichen Kon­takt häufig QR-Codes verwendet werden – auf Flyern, Plakaten oder diverse Giveaways.

Folgt ein Talent einem solchen Link, um dem Talent Pool beizutreten, muss die Registrierung so einfach wie möglich sein. Heute sind dabei oft nur noch ein paar Klicks und ein Lebenslauf bzw. Xing-, LinkedIn- oder Facebook-Profil er­forderlich – eine manuelle Eingabe von Daten entfällt. Und das ist gut so, denn je mehr Auf­wand eine Talent Pool-Registrierung erfordert, desto mehr Talente brechen ab. Und gerade jene Talente, die am Arbeitsmarkt besonders gefragt sind, brechen normalerweise am frühsten ab.

In gewissen Fällen sollte sogar ganz auf das Ab­fragen eines CVs verzichtet werden. Viele Be­rufsgruppen, speziell im Blue Collar-Bereich, haben keinen CV, und benötigen im Normalfall auch keinen: Das Abfragen weniger wesentli­cher Informationen mit einer entsprechenden Eingabemaske ist oft absolut ausreichend.

Der Talent Pool wird lebendig

Das große Potenzial von Talenten liegt in de­ren Weiterentwicklung: Studenten werden zu Young Professionals, abgesagte Bewerber sammeln Erfahrung und werden vielleicht zu Top-Kandidaten. Aber um ihre Entwicklungen verfolgen zu können, benötigen Unternehmen immer wieder die aktuellsten CVs von ihren Talenten. Diese CVs zu bekommen war bis dato eine große Herausforderung, die jedes Unter­nehmen für sich selbst lösen musste. Mittler­weile haben sich aber einige TRM-Hersteller dieses Themas angenommen, und erinnern die Talente nun selbst daran, ihren CV bei den Unternehmen aktuell zu halten. Idealerweise erfolgt das nicht mit standardisierten Massen-E-Mails, sondern mit individuellen, auf die je­weilige Person zugeschnittenen Informationen und Nachrichten.

Personalisierung is King

Die Zeiten allgemeiner Newsletters sind end­gültig vorbei. Konsumenten sind mittlerweile gewohnt, personalisierte, relevante Informa­tionen zu erhalten. Im privaten Umfeld von Facebook, Amazon und Co., im beruflichen von Plattformen wie LinkedIn oder Xing.

Auch im Umgang mit den eigenen Talenten ist eine individuelle, auf sie zugeschnittene Kommunikation essenziell. Schließlich geht es darum, eine Beziehung aufzubauen, und sich als besonders attraktiver Arbeitgeber hervor­zuheben. Das gelingt nur mit Informationen, die für den jeweiligen Empfänger relevant und interessant sind. Die gute Nachricht ist, dass die meisten TRM-Systeme mittlerweile eine entsprechende Segmentierung ihrer Talen­te unterstützen. Man kann jede gewünschte Zielgruppe (z.B. Buchhalter, Verkaufskräfte, Java-Entwickler etc.) einzeln ansprechen, und ihr auf sie zugeschnittene Nachrichten senden.

WhatsApp ist das neue E-Mail

Globale Megatrends machen auch vor Talenten nicht halt: Kommunikation und Internetnut­zung werden immer mobiler. Wer denkt, E-Mail sei heutzutage noch der wichtigste Kommuni­kationskanal, irrt gewaltig.

Es lohnt sich, bei der Kommunikation mit Ta­lenten und Bewerbern auf den passenden Ka­nal zu setzen. Was nützt die beste, persönliche Nachricht, wenn sie in einem kaum beachte­ten E-Mail-Postfach untergeht? Wenn Talente die Wahl haben, entscheiden sich heute bis zu 60% für den Kontakt via WhatsApp oder SMS. Tendenz steigend. Immer mehr TRM-Systeme ermöglichen deswegen eine einfache Nutzung alternativer Kommunikationskanäle.

Individualität statt International

Während noch vor wenigen Jahren Gehalt, Auf­stiegschancen und Unternehmensgröße als entscheidende Kriterien für die Auswahl einer Position galten, sind es heute vielmehr Indivi­dualität, Flexibilität und Work-Life Balance.

Daher wird es im Umgang mit Talenten immer wichtiger, das eigene Unternehmen von einer persönlichen, individuellen Seite zu zeigen. Su­chen Sie Techniker? Dann laden Sie ihre Techni­ker-Talente doch zu einem Tag der offenen Tür ihrer Technik-Abteilung ein. Möchten Sie Ma­nagement-Nachwuchs begeistern? Dann verlo­sen Sie doch einfach ein Abendessen mit Ihrem CFO oder Geschäftsführer. Je persönlicher und individueller, desto besser.

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